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L1 Compact - Erfahrungsbericht nach einigen WochenGo ![]() | New ![]() | Find ![]() | Notify ![]() | Tools ![]() | Reply ![]() | |
Wie schon an anderer Stelle im Forum erwähnt, bin ich mit meinen Kollegen in vielen Variationen als Musikdienstleister tätig. Nach dem vergangenen Wochenende können wir nun eine recht umfassende Bilanz unserer ersten Wochen mit den beiden L1 Compact ziehen, da wir so ziemlich alle Varianten unserer Tätigkeiten erlebt haben. Das Fazit vorweg: Sowohl ich als auch meine Kollegen sind von der kleinen Anlage begeistert. Wir alle sind in verschiedenen Formationen unterwegs und haben schon so ziemlich jede Art von Beschallung in jeder Größe erlebt. Dennoch halte ich mich (und meine engsten Kollegen bei der "Frank-Mignon-Band" und "City Rhythm") für extrem pragmatisch, wer also ausführliche HiFi-Abhandlungen oder DB-oder Frequenz-Diskussionen erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Ich denke, eine Anlage sollte keinen "eigenen Sound" haben, sondern lediglich die ihr vertrauten Klangquellen möglichst wohlklingend wiedergeben. Wenn ich bei Einsätzen in Kongreßhotels manche Kollegen in Nebenräumen oder in anderen Sälen besucht habe, war ich manchmal überrascht, wieviel Baßwummern mir entgegen kam oder was manche unter "gutem Sound" verstehen. Auch bei der "Yamaha Tyros 4"-Vorführung von Michel Voncken in Frankfurt kam uns ein undefinierbarer und basslastiger Brei entgegen, über den sich merkwürdigerweise niemand wirklich beschwert hat. Dieser Sound ist anscheinend für die Entertainment-Szene mittlerweile Standard. In Verbindung mit der Tatsache, dass von Entertainern größtenteils unbearbeitete Midifiles oder überladene Styles verwendet werden, ergibt sich ein ziemlich übervolles und - für meine Ohren und für viele anspruchsvolle Hörer ebenfalls - stellenweise unangenehmes Klangbild. Nun also zu den verschiedenen Einsätzen unserer L1 Compact. 1. Eine L1 Compact für kleinere Räume In dieser Konfiguration hatten wir u.a. einen Zeitreise-Auftritt mit einem Tyros-2-Keyboard, einigen WAV-Files aus dem eingebauten Player und einige Live-Begleitung. Das Funk-Mikrofon von Anita Vidovic wurde an einem TC Helicon-Voicetone-Create (Hall/Effekte)angeschlossen, dieses ging in den Mikro-Eingang der L1 Compact. Und siehe da: Die 50 Gäste eines 80. Geburtstages lauschten bei angenehmer Lautstärke 1 Stunde lang den Melodien der UFA-Zeit oder den schönsten 50er-Jahre-Hits. Ein 80. Geburtstag ohne Lautstärkebeschwerden, bei dem jeder im Raum jedes gesungene Wort verstand. Und das ganze mit geringem Platzbedarf. 2. Eine L1 Compact zum Jazz-Lounge-Empfang Gleiche Konfiguration wie eben, nur spielt diesmal ein Jazz-Gitarrist mit kleinem Amp sowie ein unverstärktes Saxofon dazu. Das ganze zum Empfang einer Hochzeit mit Jazz-Standards. Klarer, weicher Sound mit gutem Bassfundament, auch die Stimme von Anita kommt gut rüber. Anschließend ging es in den großen Saal wo die Compact einfach wieder auf die Bühne wanderte, auf der schon das restliche Equipment stand.Dies führt direkt zu: 3. Zwei L1 Compact in Stereo zur Abendveranstaltung (hochwertige Hochzeitsfeier mit anspruchsvollen Gästen) Was soll ich sagen: Zwei L1 Compact in Stereo funktionieren hervorragend. Die Gitarre lief über einen eigenen Amp (Fender), alle anderen über die beiden Säulen mit vorgeschaltetem Soundcraft-EFX8-Pult. Der Saal war 10 Meter breit und 30 Meter lang (Ballsaal im Schloß Bensberg) und ich wage die etwas vorlaute Behauptung, dass gerade der L1-Sound für diese Art Räumlichkeiten am besten geeignet ist. Ich habe sogar meine beiden Bassboxen (E-Voice SB 121 mit einer Endstufe und einer Frequenzweiche - siehe andere Stelle im Forum) im Auto gelassen, da ein zu starkes Wummern meist in dieser Art Räumen mit Täfelungen und bei diesen Gästen als eher unangenehm empfunden wird. Sowohl der wohlklingende Baß als auch die seitliche Abstrahlung waren für uns als Akteure optimal und das Publikum war auch zu späterer Stunde in Partylaune immer noch ausreichend mit Lautstärke versorgt. Wir hatten sogar noch Reserven. Gleiche Konfiguration gab es übrigens auch bei zwei Tanzschulbällen, allerdings mit anderen Solisten als Ergänzung zu Anita und mir. Wieder Bestnote für die Compact von allen Beteiligten. 3. Zwei L1 Compact in Mono rechts und links von uns seitlich leicht nach außen weggedreht im Kaufhaus Zu einer "Modepräsentation mit Gesang" mit Anita Vidovic mußte eine Kaufhaus-Etage so beschallt werden, dass man schon von weitem hört, dass "da etwas los ist", aber der Late-Night-Shopping-Betrieb samt Kundengesprächen auch im Nahbereich trotzdem weiter gehen kann. Auch hier waren die beiden Compact perfekt, da wir auch ohne zusätzlichen Monitor die Säulen fast 45 Grad rechts und links nach außen drehen konnten und trotzdem noch uns selbst gut hörten. Und so war eine große Fläche angenehm beschallt und auch die Tombola-Verlosung des Chefs war überall gut verständlich. Einige Gäste einschließlich des Prokuristen der Firma waren nach dem Auftritt sogleich nicht von den Säulen wegzubringen und es ergaben sich angeregte Gepräche ("Wie, das waren die Lautsprecher?"). 4. Zwei L1 Compact mit zusätzlichen Bassboxen über eine Frequenzweiche/alternativ ein Aktivbaß Damit ist man immer gut gerüstet, wenn's mal größer werden soll. Ein Test mit meinen guten alten SB 121 war sehr überzeugend, ich denke, mit einem guten Aktivbass wird's genauso gut oder sogar noch besser. Allen Unentschlossenen erlaube ich mir folgendes mitzuteilen: Auch mit der L1 Compact kann man nicht zaubern oder die Physik überlisten. Aber man kann ihre Gesetze sehr schön dehnen... Dennoch möchte ich auch eines anmerken: Meiner Meinung nach gefällt mir und meiner Crew die Compact unter anderem auch deshalb so gut, weil wir mit dem Klang unserer Instrumente an sich schon zufrieden sind. Ich komme auf meine Aussage zurück, dass eine Anlage meiner Meinung nach nicht "klingen" sondern vielmehr "wiedergeben" soll. Über die L1 Compact habe ich Nuancen in den Tyros2/3-Klängen und beim "Nord - Electro 3" gehört, die selbst mir bis dahin entgangen waren. Würden die Keyboard-Hersteller ihre Geräte über die L1 vorführen, wäre das sicher ein Wohlgenuß, da die Keyboards erheblich feiner klingen als man denkt. Übrigens mußten wir uns auch daran gewöhnen, dass auch die Klappengeräusche und Feinheiten des von Stephan Geiger oder Julia Banholzer meisterhaft gespielten Saxofones nun viel deutlicher hörbar sind. Und siehe da, nun gehen wir auch viel feiner und umsichtiger mit den Gesangseffekten bei unseren Stimmen um, die wir ja den TC Helicon-Geräten anvertrauen. Der alte "Hall-Echo-Klangbrei" ist endgültig Geschichte. Da wir natürlich auch in anderen Formationen über Fremdanlagen spielen und meist uns bekannte Techniker haben, sind wir auch dort in guten Händen. Bei Galas gelten nun mal andere Beschallungsgesetze, da ja viele Acts über die PA laufen müssen. Aber selbst da kann man die Compact wunderbar als Sidefill-Monitor einsetzen, um sich ggf. vom Monitormix unabhängig zu machen. Hoffentlich konnte ich Euch einige Anregungen geben. Bis nächstens Frank Mignon www.frank-mignon.de www city-rhythm.de | |||
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Dein Erfahrungsbericht ist für mich eine gute Erweiterung der L1 compact Bedienungsanleitung. Ich habe ja ähnliches vor, wie Du und langfristig wird noch eine 2. Bose L1 compact sich hinzugesellen. Letztens hatte ich bei einem Einkaufszentrum einen Auftritt einer Sängerin gesehen. Der DJ war so einer der Sorte "Ich brauche keinen Summenequalizer" nahm ein DJ Mischpult, hatte 2 HK Audio Systeme zu stehen, die bestimmt mindestens genausoviel kosten, wie 2 Bose L1 compact, dazu dann ein Sound, bei dem der Gesang sehr laut war, die Begleitmusik sehr leise, eine der beiden Boxen zur Sängerin und ihr Gesang hatte definitiv zu viele Tiefmitten, es koppelte manchmal und irgendwie verpuffte der Auftritt etwas. Ich denke mal, zu einem großen Teil lag es daran, dass der Tontechniker von Tontechnik nicht wirklich Ahnung hatte, ich hätte mit einem anderen Mischpult, einem zusätzlichen Equalizer und einer zusätzlichen Monitorbox sicher bereits bessere Ergebnisse erzielt und mit 1 bis 2 Bose L1 compact überragende Ergebnisse. Mit freundlichen Grüßen Kind Regards Ronny | ||||
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Hallo Frank, deine Berichte sind echt interessant. Ich kann dir nur zustimmen: die Compact ist einfach nur genial. Ich bin im Besitz von 2 Compacts und seit kurzem einer L1 Model II. Diese habe ich mir aus dem Grund zugelegt, bei grösseren Veranstaltungen einfach mehr Powerreserven zu haben. Klanglich gesehen, hat die Compact genenüber dem grossen Bruder keine Nachteile. Im Gegenteil. Ich bin als One-Man-Band unterwegs (das Wort "Alleinunterhalter" hasse ich) und ich bevorzuge nach wie vor die Compact(s) für Veranstaltungen bis ca. 60 - 80 Leute. Die Anlage klingt einfach warm und rund. Und ich bin jedesmal wieder erstaunt, was aus dem kleinem Lautsprecher an Sound rauskommt. Fazit: das Teil ist genial - und ich geb es (sie) trotz meiner grossen L1 nicht mehr her. l.g. bernie Servus, Bernie | ||||
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Ergänzung am 1. Mai abends: Nach einem weiteren ereignisreichen Wochenende mit einem Solo-Job über die beiden Compact sowie einem Tanzsportevent über eine TW-Audio-PA mit einer Compact als Bühnenmonitor hieß es am heutigen Sonntag tagsüber: Die Freiluft-Saison ist eröffnet. Und mit unserem Trio "City Rhythm" konnten wir im Innenhof des "Deidesheimer Hofes" die Gäste über unsere beiden L1 Compact erfreuen. Glasklarer Klang, warme Bässe und eine breite und weitreichende Streuung machten den Job wieder einmal zum Hochgenuß. Was in den Berichten anderer User zu lesen ist, kann ich nur unterschreiben: Im Freien klingt die kleine Compact erst recht gut, wenn es auf guten Klang statt Wummern ankommt. | ||||
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Hallo, sehr hilfreicher Thread, da ich Sänger bin (Stil in Richtung Max Raabe) und mich für die L1 Compact interessiere. Frage: Ich habe ein Neumann KMS 105 Mikro, das Phantomspeisung benötigt. Zudem wäre ein Effektgerät gut (EQ, dezenter Reverb etc). Es gibt ja von Bose dieses ToneMatch? Ich habe auch von einem TX Helicon gelesen bei Euch. Was wäre denn da empfehlenswert?Wäre Helicon eine Alternative, und wenn ja, welches Gerät genau für meine Zwecke? Oder ganz andere Alternativen? Besetzung ist übrigens in der Regel nur Klavier als Begleitung (manchmal auch Stagepiano, das ja auch über die L1 anzuschließen wäre). Wäre für einen Tipp dankbar!!! | ||||
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Also, wenn Du ein Kondensatormikro nutzt und eine L1 compact, dann kaufst Du einen sog. Channelstrip, am besten sowas, wie das hier: http://www.thomann.de/de/art_voice_channel.htm da ist dann Röhrentechnik drin, welche Dein Mikro sehr warm klingen lässt, Kompressor, Deesser, Equalizer. Preisgünstige Alternative mit Röhrensound und Phantomspeisung wäre: http://www.thomann.de/de/art_tube_mp.htm Beides gute Dinge, die Du an den Line In der compact anschließen kannst. Achtung, wenn es Dir zu bassig ist, ginge es auch, das Teil auf einen Stuhl zu stellen und nur mit einem Distanzstück zu betreiben. Mit freundlichen Grüßen Kind Regards Ronny | ||||
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ok, und die dinger sind definitiv auch für den Live-Einsatz? Ich habe in Berichten beim Googlen immer nur von Studioaufnahmen gelesen. | ||||
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Nun, zum einen ist man bei Livemusik nicht so anspruchsvoll. Zum anderen nutzt man ja immer Mischpulte mit Phantomspeisung. Deine Anwendung ist eher selten. Mit freundlichen Grüßen Kind Regards Ronny | ||||
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